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Svenja Kremer Februar 2006
Am 13. Februar startete meine 6-wöchige Reise nach Indien, das Land,
das mich schon seit langem reizte. Ich freute mich darauf, endlich Indien
zu sehen und zu erleben. Mein erster Eindruck wurde sehr von Mumbai geprägt,
von der Taxifahrt vom Flughafen in die Stadt, die durch Slums führte,
wo viele Menschen auf der Straße schlafend lagen und auch von den
vielen Bettlern, denen ich die nächsten Tage begegnete. Die Armut
hat mich stark berührt und erschreckt und ich wurde unsicher, wie
ich damit am besten umgehen könnte. Ich hatte so etwas vorher noch
nicht gesehen. So kam es, dass ich sehr froh war, als ich die Projekte
erreichte, da ich hier einen Einblick in das Leben der Inder bekommen
würde, den man als „normaler“ Tourist nicht erhalten
würde. Während meiner Reise besuchte ich 3 Projekte: Arunodaya
Poirada in Papinayakanahalli, Mithra Foundation in Bangalore und Care
Council in Cuddalore. In allen Projekten wurde ich sehr herzlich und freundlich
empfangen. Mir wurde stell-vertretend für den Verein sehr viel Dankbarkeit
vermittelt, die mich rührte.
Bangalore
In Bangalore fuhr ich mit Bella Rosario in die Slums
und besuchte dort das Patenkind meiner Mutter, was für mich zu einem
sehr schönen Erlebnis wurde. Usha ist 11 Jahre alt und sie lebt mit
ihrer Mutter (sie ist 29 Jahre alt), ihrer Großmutter und ihrer
Schwester, die 9 Jahre alt ist, zusammen in 2 Räumen. Die beiden
Kinder haben mich sehr beeindruckt, sie waren so lebendig und wach, konnten
beide gut englisch sprechen und erzählten mir viel von ihrem Leben.
Sie erzählten mir, dass ihr Vater sie vor 8 Jahren verlassen und
eine andere Frau geheiratet hätte. Shitra, ihre Mutter, musste sich
seitdem alleine um die Kinder kümmern. Usha war meiner Mutter sehr
dankbar. Sie sagte, dass sie ohne die Hilfe meiner Mutter nicht lesen
und schreiben könnte.

An diesem Tag war gerade ein Feiertag, vergleichbar mit dem christlichen
Allerheiligen. Die Toten wurden geehrt. So kam es, dass sie mich einluden,
sie mit auf den Friedhof zu begleiten, was ich sehr interessant fand.
Es wurde gefeiert, die Gräber wurden mit Blumen verziert und Essen
wurde an die Gräber gebracht. Es war sehr lebendig, laut, ein richtiges
Fest, von Traurigkeit nicht viel zu spüren.
Am nächsten Tag besuchte ich die Familie ein weiteres
Mal und übergab Usha ein Fahrrad, das mit dem Geld meiner Mutter
gekauft wurde. Sie freute sich sehr darüber. Ich zeigte ihnen auch
noch Fotos meiner Familie, was sie sehr interessant fanden. Durch diese
persönliche Begegnung wurde die Verbindung zu Usha und ihrer Familie
intensiviert.
Jetzt haben wir eine Vorstellung vom gegenseitigen
Leben, sind uns näher gekommen und ich bin sehr dankbar dafür,
dass ich die Zeit mit ihnen verbringen konnte. Sie haben mir viel gegeben.
Ich habe einen sehr guten Eindruck von der Arbeit dort erhalten.
Care Council - Cuddalore
Einige Zeit später besuchte ich das Projekt Care
Council in Cuddalore. Ich wurde von Pater Lazar, dem Präsident von
Care Council, und Mr. Graga, dem Organisator der Projekte in Cuddalore,
abgeholt und wir fuhren nach Cuddalore, in eine Stadt, bzw. eine Region,
die stark vom Tsunami getroffen wurde. Das Projekt ist nach dem Tsunami
entstanden. Mehreren Schulen wurden Schulmaterialien gespendet. Ein weiterer
Teil des Projektes ist eine Art außerschulische Betreuung, die nach
der Schule stattfindet. Mit den Kindern wird gespielt, gemalt, gelernt
und versucht, die schrecklichen Erlebnisse zu verarbeiten. Auch hier waren
die Menschen wieder sehr dankbar für die Hilfe des Vereins. Zum Dank
wurde eine Tanz- und Theateraufführung von den verschiedenen Schulen
organisiert, die sehr schön war.
Arunodaya Poirada
Ein weiteres Projekt, das ich besuchte, war das Projekt
Arunodaya Poirada in Papinayakanahalli, ein kleines Dorf in der Nähe
von Hospet. Hier nahm ich am normalen Schulalltag teil, half den Lehrern
ein bisschen und fuhr an einem Tag mit Mary Mathew und Veeranna in den
Koppal District, wo eine Impfaktion stattgefunden hat. In der Nähe
des Dorfes hat Mary ein großes Stück Land gekauft, auf dem
sie einen Garten mit Blumen und Gemüse angelegt hat. Dort plant sie
eine weiterführende Schule zu bauen. Es fehlt nur noch die schriftliche
Baugenehmigung aus Indien, sonst ist alles bereit für den Schulneubau.
Zusammenfassend möchte ich betonen, dass
ich ein sehr gutes Gefühl den Projekten gegenüber habe und denke,
dass dort eine sehr wichtige und gute Arbeit geleistet wird, die es sich
lohnt zu unterstützen.
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