Reinhard Koch, Perumalmalai, Indien, November 2007


Hildegard Wansleben hat die Projekte, für die ich arbeite, in ihrem Brief bereits vorgestellt. Ich muss gar nicht mehr viel hinzufügen.

Hier, in den Bergen westlich von Madurai, leben in einem großen alten Haus ca. 100 Buben und Mädchen, die eine nah gelegene Grundschule besuchen. Ohne die Unterbringung in diesem Kinderheim würden die Kinder nicht zur Schule gehen können, denn in den kleinen Dörfern, aus denen die Kinder stammen, gibt es keine Schulen.

Die laufenden Kosten dieses Heims, das von Jesuiten geleitet wird, werden seit Jahren von Little Flower übernommen. Leider hatte Little Flower stets zu wenig Geld, so dass die Lebensbedingungen der Kinder noch immer ärmlich sind. Auch die jungen Mädchen, die die Kinder im Heim betreuen, haben bisher keine pädagogische Ausbildung. Das führt dazu, dass die Kinder häufig krank werden und dass die Betreuerinnen oft überfordert sind.

Das alles möchte ich nach und nach verbessern. Ich werde sie über die Ergebnisse unterrichten.

Die Gruppe der ehemaligen Vogelfänger, die Hildegard Wansleben erwähnt hat, werden seit einigen Jahren vom Projekt „Pearl“ in Paramakudi gefördert (Leitung Ms. Amala). Dieses Projekt ist außerordentlich segensreich in der armen und trockenen Region südlich von Madurai. Neben der Betreuung der Vogelfänger Gruppe, arbeitet Amala in mehr als 20 Dörfern, vor allem mit Frauen und Kindern. Das hat sich als die effektivste Methode herausgestellt. Arbeitsschwerpunkt sind Selbsthilfegruppen von Frauen, die nach dem Prinzip der sogenannten „Mikro-Kredite“ funktionieren, um so die ökonomische Situation der Frauen und ihrer Familien zu verbessern.

Die Vogelfänger Gruppe lebte ursprünglich in einem ausgetrockneten Flussbett am Rande von Paramakudi. Im vergangenen Jahr wurde die Gruppe allerdings auf Anweisung der Regierung umgesiedelt und muss jetzt in größter Armut auf einem Stück unfruchtbarem Land leben. Die Erwachsenen können sich irgendwie durchschlagen, für die Kinder ist die Situation aber katastrophal. Viele trauen sich auch nicht, eine Schule zu besuchen, da sie von den Lehrern und anderen Kindern diskriminiert werden. Darum wird jetzt eine Gruppen dieser Kinder auf eine private Schulen geschickt. Sie erhalten zusätzliche Bekleidung, Nahrung, Taschengeld usw. Auch die Eltern der Kinder sollen einen kleinen Betrag bekommen, damit sie die Kinder zur Schule gehen lassen.
Über die Erfahrungen dieser neuen und wichtigen Arbeit werde ich Ihnen berichten.

Am Schluss noch einige Sätze zu mir. Ich bin 63 Jahre alt und lebe seit 2001 in einem indischen Zen-Meditationszentrum. Vorher habe ich ein kleines Beratungsinstitut für gemeinnützige Projekte in Deutschland geleitet. Seit Anfang der 90er Jahre engagiere ich mich für die Förderung sozialer Projekte in Indien. Dabei habe ich Hildegard und Klaus Wansleben kennen gelernt, mit denen mich seitdem eine gute und herzliche Freundschaft verbindet.

Sie können mich jederzeit in Indien erreichen, am einfachsten per e-mail: reinhard@bodhizendo.org
Meine Post-Adresse: Reinhard, Bodhizendo, Kodaikanal 624 104, Indien.

 

Lehrerin und Schulmädchen im Mathe-Unterricht. Die Mutter noch ohne Schulbildung.

Erwartung und Freude. Zwei kleine Mädchen - unsere Hilfe für eine gute Zukunft.